Ich habe herausgefunden, woher Ebru kommt!
Seit ich zum ersten Mal auf Wasser gemalt habe, will ich alles über Ebru wissen. Woher kommt das? Wer hat das erfunden? Und wie machen das die echten Profis? Ich habe nachgelesen und schreibe dir hier alles auf. Keine Sorge, es ist gar nicht schwer!
Was ist Ebru eigentlich?
Ebru ist Malen auf Wasser. Man tropft Farbe auf Wasser. Die Farbe geht nicht unter, sie schwimmt oben. Dann zieht man mit einer Nadel oder einem Kamm Muster hinein. Zum Schluss legt man ein Blatt Papier darauf. Das Muster klebt dann am Papier. Fertig!
Das Coolste: Jedes Ebru-Bild gibt es nur ein einziges Mal auf der ganzen Welt. Das Wasser bewegt sich nämlich immer ein bisschen anders. Nicht mal die größten Meister können ein Bild zweimal genau gleich malen.
Warum heißt es Ebru?
Das Wort kommt wahrscheinlich aus der persischen Sprache. Dort heißt „abr“ Wolke. Und wirklich, viele Ebru-Bilder sehen aus wie bunte Wolken! Manche sagen auch, es kommt von „ebre“. Das heißt so viel wie gemustert.
Das brauchst du
- Eine flache Wanne. Auf Türkisch heißt sie „Tekne“. Da kommt das Wasser rein.
- Kitre. Das ist ein Pulver aus einer Pflanze. Es macht das Wasser dicker, damit die Farbe oben schwimmt.
- Farben aus Erde und Steinen. Die sind ganz natürlich.
- Galle. Auf Türkisch heißt sie „Öd“ und kommt meistens von Rindern. Klingt komisch, aber ein paar Tropfen davon helfen der Farbe, sich schön rund auszubreiten.
- Pinsel aus Pferdehaaren. Damit tropft man die Farbe aufs Wasser.
- Eine dünne Nadel. Auf Türkisch heißt sie „Biz“. Damit zieht man Linien. In meinem Spiel ist das der Wirbel.
- Einen Kamm. Auf Türkisch heißt er „Tarak“. Er hat viele Zinken für ordentliche Muster.
- Papier. Darauf kommt am Ende dein Kunstwerk.
So geht es, Schritt für Schritt
- Mach das Wasser mit Kitre dicker und gieß es in die Wanne.
- Rühr die Farben mit ein bisschen Galle an.
- Tropf die Farbe mit dem Pinsel aufs Wasser.
- Zieh mit der Nadel oder dem Kamm Muster.
- Leg ein Blatt Papier ganz vorsichtig aufs Wasser.
- Heb das Papier wieder ab. Jetzt ist das Muster drauf!
- Lass es trocknen. Fertig ist dein Kunstwerk!
Die berühmten Muster
Jedes Muster hat einen eigenen Namen. Hier sind die bekanntesten. Alle Bilder habe ich in meinem Spiel gemalt, und du kannst sie Schritt für Schritt nachmachen!
Gelgit
„Gel git“ heißt „komm, geh“. Man zieht die Farbe hin und her. So entstehen Wellen.
Gelgit nachmachen
Hatip
Tropfen in Tropfen. Daraus werden hübsche Muster. Es ist nach einem Meister benannt, der Hatîb hieß.
Hatip nachmachen
Çiçekli
Blumen! Tulpen, Nelken und Hyazinthen, gemalt mit der Nadel. Das ist am allerschwersten.
Çiçekli nachmachenEine Reise durch die Zeit
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Berühmte Ebru-Meister
- Hatîb Mehmed Efendi lebte vor ungefähr 300 Jahren. Nach ihm heißt das Hatip-Muster.
- Necmeddin Okyay (1883 bis 1976) hat Tulpen, Nelken und Hyazinthen aufs Wasser gemalt. Er konnte so viel, dass man ihn „Tausendkünstler“ genannt hat.
- Mustafa Düzgünman (1920 bis 1990) war sein Schüler. Er hat das Gänseblümchen ins Ebru gebracht.
- Heute zeigen Künstler wie Hikmet Barutçugil, Fuat Başar und Alparslan Babaoğlu Ebru auf der ganzen Welt.
Mein Lieblingstipp
„Ebru mag keine Eile, es mag Geduld.“
Sie sagt auch: Fang mit Battal an, also nur mit Tropfen. So lernst du das Wasser und die Farbe kennen. Und arbeite mit dem Wasser, nicht gegen es. Das finde ich einen richtig guten Tipp! In meinem Spiel klappt das auch: Wenn man langsam zieht, werden die Muster am schönsten.
Jetzt weißt du fast so viel wie ich! Probier die Muster doch gleich in meinem Spiel aus. Ich bin gespannt, was du malst.
Das habe ich aus einem Artikel auf Türkisch gelernt: OGGUSTO, „Ebru Sanatı Rehberi“, mit Tipps der Ebru-Künstlerin Zübeyde Yalçınkaya.